FOR BUSINESS

Japan Knigge

Japan Etikette

Die wichtigsten Benimm-Regeln auf einen Blick Das Wichtigste zuallererst: Als westlicher Ausländer werden uns die meisten Fettnäpfchen in Japan verziehen. Tritt man aus versehen in eines, werden die meisten Japaner „ach Gaijin – (Ausländer)“ denken und Ihnen es nicht weiter übel nehmen. Trotzdem möchte ich kurz einige Stolpersteine darstellen und zeigen welche Gefühle dieses Verhalten bei Japanern eventuell auslösen kann. Sie können dann selbst entscheiden wie Sie sich verhalten:

Allgemeines

Schnupfen - Runny Noses Haben so manche von uns noch die mahnenden Worte unserer Eltern im Kopf, dass man bei laufender Nase diese doch nie hochziehen sollte, so kann man sich getrost von unserer westlichen Erziehung in Japan verabschieden. Denn hier wird die Nase hochgezogen und das was wir als „richtig“ empfinden, sich also ins Tuch zu schnäuzen, wird als dreckig, eklig und peinlich empfunden. Daher gilt es für uns in Japan kurz unsere gute Kinderstube zu vergessen und die Nase hochzuziehen, oder falls es nicht anders geht es dezent nicht in Gegenwart von Bekannten und Geschäftspartnern zu tun. Erkältete Japaner tragen übrigens einen Mundschutz um die Mitmenschen nicht an zustecken. Körperkontakt: Generell wird in Japan ein größerer Körperabstand eingehalten, als bei uns üblich. Nun gehören auch die meisten Deutschen nicht unbedingt zu den „Umarmen“, falls Sie aber doch eher dazu neigen, achten Sie in Japan auf einen größeren Körperabstand, ansonsten werden Sie als zudringlich empfunden.

Auf Geschäftsreise

Begrüßung & Selbst-Vorstellung: In einer Vielzahl von Büchern wird mittlerweile genau beschrieben, wie man sich in Japan korrekt Vorstellt; angefangen mit der perfekten Verbeugung bis zur korrekten Übergabe der wichtigen Visitenkarten. Meine eigene Erfahrung ist, dass bei westlich-japanischen Zusammentreffen so wie so eine Art Mischform aus nicht ganz perfektem Verbeugen und nicht perfekten Händeschütteln praktiziert wird und daher auch für die japanische Seit nicht wirklich wichtig ist, dass alles perfekt ausgeführt wird. Wenn Sie also Ihre Verbeugung nicht perfekt hin bekommen, macht das nichts. Achten Sie nur darauf, dass Sie Ihre Visitenkarte möglichst mit beiden Händen überreichen und die erhaltene Karte kurz lesen, evtl. den Namen wiederholen. Die Karte ist eine Art „Gesicht“ oder Eintrittskarte für gegenseitige Beziehungen. Gehen Sie daher damit pfleglich um, d.h. nicht damit spielen, zerknüllen oder in die Hosentasche stecken, ansonsten würden Sie symbolisch auf die Geschäftsbeziehung „zerknüllen“.

Meetings

Entscheidungsfindung in japanischen Unternehmen Müssen denn wirklich all die Leute in den E-Mail-Verteiler?“ ist einer der Fragen, die ich häufig von meinen Kunden höre. „Ja“ ist meine klare Antwort. Viele von uns empfinden die typische japanische Entscheidungsfindung innerhalb einer Firma als sehr langwierig und langsam. Ein Grund dafür ist, dass ehe eine Entscheidung getroffen wird alles bis ins kleinste Detail mit allen auch nur am Rande betroffenen Abteilungen besprochen werden muss. Daher die riesigen E-Mail-Verteiler und daher auch der für uns lange Zeitraum bis eine Entscheidung getroffen wird. Ist eine Entscheidung erst einmal getroffen geht die Umsetzung meist umso schneller. An und für sich stellt diese Art Entscheidungen zu treffen eigentlich kein Problem dar. Problematisch wird es nur, wenn die europäische Seite in der Zeit der langen Entscheidungsfindung sich nicht auch bewegt (was leider sehr häufig der Fall ist). Denn dann treffen bei dem nächsten Meeting eine gut vorbereitete japanische Seite und eine völlig überraschte europäische Seite aufeinander. Die Japaner sind enttäuscht, dass auf unserer Seite nichts vorbereitet wurde um das Projekt umzusetzen und die Europäer fühlen sich überrumpelt, da lange Zeit nichts passiert ist, ging man davon aus, dass das Projekt gar nicht stattfindet. Die Lösung: Bleiben Sie als europäisches Unternehmen am Ball um zu sehen, wie weit die Entscheidungsfindung voran geschritten ist. Achten Sie auf Signale, wie Informationen, die abgerufen werden. Suchen Sie sich Ansprechpartner im japanischen Unternehmen und fragen Sie regelmäßig nach, wie der Stand der Dinge ist. „Brauchen Sie noch weitere Informationen, die Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung helfen?“ ist eine legitime Frage um ihren eigenen Stand abzufragen und auch um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.
© Ulrike Fröhlich 2021 “A Bridge for Business” - Understanding Japan - KONTAKT Ulrike Fröhlich, Understanding Japan - Fröhlich Management Beratung ulrike.froehlich@understanding-japan.de , +49-(0)7621-5501882  (WhatsApp ok)
Der Umgang mit Trinkgeld: Trinkgeld existiert in Japan nicht; weder im Taxi noch im Hotel oder Restaurant. Viele Japaner empfinden es als Almosen, was sie nicht nötig haben. Daher passiert es nicht selten, dass einem das liegen gelassene Trinkgeld im Restaurant nachgetragen wird.

Den Standpunkt vertreten ohne Gesichtsverlust

Wie kommuniziere ich Unangenehmes oder ein „Nein“? Gesicht, Harmonie und Höflichkeit wahren“ sind einige der wichtigsten Werte im Umgang mit Japanern. Die Harmonie regelt das gesellschaftliche Leben und nur durch diese eingehaltene Harmonie funktioniert das gesellschaftliche Miteinander. Wird die Harmonie gestört, so hat dies oft fatale Folgen für die Beziehungen zwischen Personen und kann bis zum Abbruch der Beziehungen führen. Somit stellt die Kommunikation eines „Neins“ oder anderer unangenehmer Nachrichten für europäische Geschäftsleute im Umgang mit Japanern eine große Herausforderung dar, da ein direktes „Nein“ durchaus die Harmonie stört. Fast immer werde ich in meinen Seminaren gefragt, wie denn Unangenehmes oder gar ein indirektes „Nein“ kommuniziert werden kann? Die Frage ist durchaus berechtigt, denn selbst wenn die Beziehungen zu den japanischen Geschäftspartnern hervorragend sind, so kann doch hin und wieder eine Situation eintreten, in der etwas Unangenehmes kommuniziert werden muss. Ich packe dann gerne meinen „7 Punkte Plan“ aus, den mir mein ehemaliger japanischer Chef vor einigen Jahren zur groben Orientierung gab und den ich ein wenig meinem europäischen Geschmack angepasst habe. Der angepasste „7-Punkte Plan“: 1. Positive Einleitung: evtl. Bedanken für irgendetwas Vorangegangenes: (z.B. die E-Mail, die Nachfrage, die schnelle Antwort) 2. Unangenehme Nachricht mit Bedauern und Entschuldigung mitteilen: (z.B. „Es tut mir sehr leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass …“ oder „Leider habe ich eine unangenehme Nachricht für Sie“ …) 3. Entschuldigen für die Unannehmlichkeiten 4. Erklärung: Gründe wie es dazu kam Fakten liefern: z.B. Zahlen, Protokolle, Guidelines, etc. (am besten als E-Mail Anhang): Für eine bessere Erklärung und für besseres Verständnis 1. Dies „entpersonalisiert“ die unangenehme Nachricht 2. Aufzeigen von Lösungswegen: Dies ist zwar zeitaufwendig, aber unbedingt notwendig. Ihr japanischer Partner fühlt sich dann nicht allein gelassen mit der Lösung des Problems. Es weist auf den Willen hin, auch in Zukunft gut zusammenarbeiten zu wollen. 3. Entschuldigen und auf die weitere gute gemeinsame Zusammenarbeit verweisen Zugegebenermaßen ist dieser Plan nicht Neues und nichts Weltbewegendes. Einige Europäer gehen mit unangenehmen Mitteilungen sicherlich ähnlich vor. Hervorzuheben ist neben der höflichen Ausdrucksweise, dem Bedanken und dem häufigen Entschuldigen, das Aufzeigen des Lösungsweges, der zwingend notwendig ist um zu zeigen, dass man bereit ist das Problem gemeinsam zu lösen. Noch zwei weitere Tipps: 1. Vermeiden Sie in direktes „Nein“. Dies wird häufig als Gesichtsverlust empfunden. 2. Ist Ihrem japanischen Geschäftspartner offensichtlich ein Fehler unterlaufen (Zahlen nicht ausgebessert, Termine falsch wahrgenommen, etc.) und Sie müssen ihn darauf hinweisen, vermeiden Sie direkte Beschuldigungen („Sie haben eine falsche Zahl hier eingetragen…“). Behandeln Sie den Fehler besser neutral, als ob er niemandem gehört (z.B.: „Es muss wohl ein Missverständnis vorliegen. Ich habe hier diese andere Zahl in meinen Daten. Welche ist nun die Aktuellste?“)
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Japan Etikette

Die wichtigsten Benimm-Regeln auf einen Blick Das Wichtigste zuallererst: Als westlicher Ausländer werden uns die meisten Fettnäpfchen in Japan verziehen. Tritt man aus versehen in eines, werden die meisten Japaner „ach Gaijin – (Ausländer)“ denken und Ihnen es nicht weiter übel nehmen. Trotzdem möchte ich kurz einige Stolpersteine darstellen und zeigen welche Gefühle dieses Verhalten bei Japanern eventuell auslösen kann. Sie können dann selbst entscheiden wie Sie sich verhalten:

Allgemeines

Schnupfen - Runny Noses Haben so manche von uns noch die mahnenden Worte unserer Eltern im Kopf, dass man bei laufender Nase diese doch nie hochziehen sollte, so kann man sich getrost von unserer westlichen Erziehung in Japan verabschieden. Denn hier wird die Nase hochgezogen und das was wir als „richtig“ empfinden, sich also ins Tuch zu schnäuzen, wird als dreckig, eklig und peinlich empfunden. Daher gilt es für uns in Japan kurz unsere gute Kinderstube zu vergessen und die Nase hochzuziehen, oder falls es nicht anders geht es dezent nicht in Gegenwart von Bekannten und Geschäftspartnern zu tun. Erkältete Japaner tragen übrigens einen Mundschutz um die Mitmenschen nicht an zustecken. Körperkontakt: Generell wird in Japan ein größerer Körperabstand eingehalten, als bei uns üblich. Nun gehören auch die meisten Deutschen nicht unbedingt zu den „Umarmen“, falls Sie aber doch eher dazu neigen, achten Sie in Japan auf einen größeren Körperabstand, ansonsten werden Sie als zudringlich empfunden.

FOR BUSINESS

Auf Geschäftsreise

Begrüßung & Selbst-Vorstellung: In einer Vielzahl von Büchern wird mittlerweile genau beschrieben, wie man sich in Japan korrekt Vorstellt; angefangen mit der perfekten Verbeugung bis zur korrekten Übergabe der wichtigen Visitenkarten. Meine eigene Erfahrung ist, dass bei westlich-japanischen Zusammentreffen so wie so eine Art Mischform aus nicht ganz perfektem Verbeugen und nicht perfekten Händeschütteln praktiziert wird und daher auch für die japanische Seit nicht wirklich wichtig ist, dass alles perfekt ausgeführt wird. Wenn Sie also Ihre Verbeugung nicht perfekt hin bekommen, macht das nichts. Achten Sie nur darauf, dass Sie Ihre Visitenkarte möglichst mit beiden Händen überreichen und die erhaltene Karte kurz lesen, evtl. den Namen wiederholen. Die Karte ist eine Art „Gesicht“ oder Eintrittskarte für gegenseitige Beziehungen. Gehen Sie daher damit pfleglich um, d.h. nicht damit spielen, zerknüllen oder in die Hosentasche stecken, ansonsten würden Sie symbolisch auf die Geschäftsbeziehung „zerknüllen“.
Der Umgang mit Trinkgeld: Trinkgeld existiert in Japan nicht; weder im Taxi noch im Hotel oder Restaurant. Viele Japaner empfinden es als Almosen, was sie nicht nötig haben. Daher passiert es nicht selten, dass einem das liegen gelassene Trinkgeld im Restaurant nachgetragen wird.
Japan Knigge

Den Standpunkt

vertreten ohne

Gesichtsverlust

Wie kommuniziere ich Unangenehmes oder ein „Nein“? Gesicht, Harmonie und Höflichkeit wahren“ sind einige der wichtigsten Werte im Umgang mit Japanern. Die Harmonie regelt das gesellschaftliche Leben und nur durch diese eingehaltene Harmonie funktioniert das gesellschaftliche Miteinander. Wird die Harmonie gestört, so hat dies oft fatale Folgen für die Beziehungen zwischen Personen und kann bis zum Abbruch der Beziehungen führen. Somit stellt die Kommunikation eines „Neins“ oder anderer unangenehmer Nachrichten für europäische Geschäftsleute im Umgang mit Japanern eine große Herausforderung dar, da ein direktes „Nein“ durchaus die Harmonie stört. Fast immer werde ich in meinen Seminaren gefragt, wie denn Unangenehmes oder gar ein indirektes „Nein“ kommuniziert werden kann? Die Frage ist durchaus berechtigt, denn selbst wenn die Beziehungen zu den japanischen Geschäftspartnern hervorragend sind, so kann doch hin und wieder eine Situation eintreten, in der etwas Unangenehmes kommuniziert werden muss. Ich packe dann gerne meinen „7 Punkte Plan“ aus, den mir mein ehemaliger japanischer Chef vor einigen Jahren zur groben Orientierung gab und den ich ein wenig meinem europäischen Geschmack angepasst habe. Der angepasste „7-Punkte Plan“: 1. Positive Einleitung: evtl. Bedanken für irgendetwas Vorangegangenes: (z.B. die E-Mail, die Nachfrage, die schnelle Antwort) 2. Unangenehme Nachricht mit Bedauern und Entschuldigung mitteilen: (z.B. „Es tut mir sehr leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass …“ oder „Leider habe ich eine unangenehme Nachricht für Sie“ …) 3. Entschuldigen für die Unannehmlichkeiten 4. Erklärung: Gründe wie es dazu kam Fakten liefern: z.B. Zahlen, Protokolle, Guidelines, etc. (am besten als E-Mail Anhang): Für eine bessere Erklärung und für besseres Verständnis 1. Dies „entpersonalisiert“ die unangenehme Nachricht 2. Aufzeigen von Lösungswegen: Dies ist zwar zeitaufwendig, aber unbedingt notwendig. Ihr japanischer Partner fühlt sich dann nicht allein gelassen mit der Lösung des Problems. Es weist auf den Willen hin, auch in Zukunft gut zusammenarbeiten zu wollen. 3. Entschuldigen und auf die weitere gute gemeinsame Zusammenarbeit verweisen Zugegebenermaßen ist dieser Plan nicht Neues und nichts Weltbewegendes. Einige Europäer gehen mit unangenehmen Mitteilungen sicherlich ähnlich vor. Hervorzuheben ist neben der höflichen Ausdrucksweise, dem Bedanken und dem häufigen Entschuldigen, das Aufzeigen des Lösungsweges, der zwingend notwendig ist um zu zeigen, dass man bereit ist das Problem gemeinsam zu lösen. Noch zwei weitere Tipps: 1. Vermeiden Sie in direktes „Nein“. Dies wird häufig als Gesichtsverlust empfunden. 2. Ist Ihrem japanischen Geschäftspartner offensichtlich ein Fehler unterlaufen (Zahlen nicht ausgebessert, Termine falsch wahrgenommen, etc.) und Sie müssen ihn darauf hinweisen, vermeiden Sie direkte Beschuldigungen („Sie haben eine falsche Zahl hier eingetragen…“). Behandeln Sie den Fehler besser neutral, als ob er niemandem gehört (z.B.: „Es muss wohl ein Missverständnis vorliegen. Ich habe hier diese andere Zahl in meinen Daten. Welche ist nun die Aktuellste?“)
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